Montierung  
Video-Neiger und Gabel sind Formen einer azimutalen Montierung.

Mit der Optik allein ist es nicht getan, genauso wichtig ist der Unterbau eines Teleskops, die sogenannte Montierung. Bei der Himmelsbeobachtung gibt es nämlich ein großes Problem: Man muss die Erddrehung ausgleichen – sonst wandern die Objekte schon nach kurzer Zeit, aus dem Gesichtsfeld. Bei 100-facher Vergrößerung hat man nur 2 Minuten Zeit ein Objekt anzusehen! Die azimutale Montierung ist die einfachere Art, ein Fernrohr aufzustellen. Sie orientiert sich an der Horizontebene: Eine Achse lässt die Himmelsrichtung verstellen (Azimut), die andere die Höhe über dem Horizont. Diese Bewegungen lassen sich intuitiv vornehmen. Um einem astronomischen Objekt am Himmel zu folgen, müssen aber beide Achsen der Montierung bewegt werden. Schuld daran ist die Neigung der Erdachse, dadurch wandern Mond, Planeten und Sterne ständig schräg aus dem Blickfeld. Um ihnen zu folgen, muss die Montierung jeweils etwas nach rechts und gleichzeitig nach oben oder unten bewegt werden. Bei höheren Teleskopvergrößerungen ist das je nach Bauart der Montierung sehr schwierig.



Die einfachste Bauart der azimutalen Montierung ist der von Fotostativen bekannte Neiger. Er besitzt einen Griff, mit dem die Montierung bewegt wird. Die beiden Achsen lassen sich mit Klemmschrauben feststellen oder sind über Rutschkupplungen stufenlos einstellbar. Die Nachführung astronomischer Objekte ist mit einem Neiger nur bei niedrigen Vergrößerungen bis etwa 50× möglich. Die meisten azimutalen Montierungen für kleine Teleskope sind als Gabelmontierungen realisiert. Dabei hängt das Teleskoprohr in der Azimutachse, die Höhenachse läuft quer durch den Teleskoptubus. Bei der parallaktischen Montierung sind die Achsen an der Erdachse ausgerichtet. Das hat den großen Vorteil, dass man nur noch eine Achse bewegen muss, um ein astronomisches Objekt zu verfolgen. Wenn man einen Motor anschließt, lässt sich das sogar automatisieren. Um die parallaktische Montierung parallel zur Erdachse auszurichten, ist sie um einen bestimmten Winkel geneigt, der der geographischen Breite des Beobachtungsortes entspricht. Bei in Deutschland benutzten Montierungen muss die Neigung also ca. 50° betragen.

Parallaktische Montierungen für kleine Amateurfernrohre sind ausnahmslos sogenannte »Deutsche Montierungen«. Dabei sitzt das Fernrohr auf einem Achsenkreuz. Gegenüber des Teleskoprohrs ist ein Gegengewicht zur Balance angebracht. Die Achsen der parallaktischen Montierung besitzen je zwei Knöpfe. Mit dem einen lässt sich die Achse arretieren, also in einer bestimmten Position festklemmen. Mit dem anderen kann man die Achse langsam per Hand bewegen.

An modernen Montierungen sind Computer angebracht, mit denen man die Bewegung einer oder beider Achsen über eine Handsteuerbox vornehmen bzw. kontrollieren kann. Sie werden nach dem englischen Steuerungsbefehl als »Go to-Montierungen« bezeichnet. Vor der Benutzung müssen sie jedoch zuerst am Sternhimmel geeicht werden. Ist die Montierung richtig aufgestellt, muss man sich mit der Nachführung dann gar nicht mehr befassen.

 
Die Inhalte dieser Seite, auch einzelne Passagen und Abbildungen, sind urheberrechtlich geschützt. Diese dürfen nicht auf andere Internetseiten kopiert, auf Datenträgern verbreitet, in ausgedruckter Form weitergegeben oder öffentlich vorgeführt werden. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechtsgesetzes.